Grüne Mode - Schick mit gutem Gewissen

Längst wird "Öko-Mode" auf dem Laufsteg präsentiert. Bio-Baumwolle ist angesagt. Green Chic, Green Glamour, Fair Fashion – ethischer Konsum setzt auch in der Mode Zeichen. Die Mischung von modischem Stil, ökologischer Herstellung und fairem Handel liegt im Trend.
Weltweit sind Öko-Labels mit immer neuen Ideen aus dem Boden geschossen. Die Marke Misericordia etwa lässt ihre Erlöse in ein peruanisches Waisenhaus fließen und produziert ihre Kollektionen auch dort. Kuyichi, das 60 Prozent seiner Kollektion organisch produziert, belegt seine Öko-Bilanz regelmäßig mit Zahlen: 250 000 Paar ökologisch produzierte Jeans, das macht fünf Millionen Kilometer organisches Garn, 5000 Kilo eingesparte Pestizide, 450 fair entlohnte Baumwoll-Bauern in Indien plus 300 in Peru.
Bei den T-Shirts des Textilhersteller Trigema haben dank Baumwolle ohne Pestizide oder Düngemittelrückstände, naturbelassenem Paraffinspinngarn und abbaubarer Textilfarben Pilze und Bakterien ein leichtes Spiel, Allergene aber ein schweres - die Shirts sind zu 100% kompostierbar.
Und UMASAN ist nicht nur das weltweit erste vegane High Fashion Label, sondern als Förderpartner von RESET gehen Anja und Sandra Umann noch einen Schritt weiter: Ab sofort unterstützen sie die gemeinnützige Stiftungsgesellschaft sowie ein auf RESET.to empfohlenes Projekt mit einem Euro je verkauftem Stück aus ihrer aktuellen Kollektion: High Fashion fuer den Flussdelfin.
Ökokleidung aus gutem Grund!
Dass es sehr sinnvoll ist, beim Kleiderkauf auf Biobaumwolle und Co zu achten zeigen die Zahlen: Rund 25 Millionen Tonnen Baumwolle werden weltweit geerntet. Bis zur Ernte wird sie im Normalfall gründlich mit Kunstdünger und Pestiziden behandelt. Obwohl weltweit nur vier Prozent der Ackerfläche mit Baumwolle bepflanzt sind, werden für ihren Anbau elf Prozent aller verwendeten Insektizide und Herbizide eingesetzt.
Dazu kommt, dass unabhängige Institute und Organisationen immer wieder gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien in Textilien und Kleidung entdecken - wie erst kürzlich Greenpeace: in der Sportkleidung von Puma, Nike und Adidas konnten Rückstände von giftigen Nonylphenolethoxylaten nachgewiesen werden. Diese Chemikalie hat vor allem für die Produzenten schwerwiegende Folgen: sie reichert sich in der Nahrungskette an und ist hormonell wirksam. Hier kannst du die Studie als pdf downloaden.
Konventionelle Kleidung wird meist in armen Ländern unter schlechten Arbeitsbedingungen und unzureichender Entlohnung hergestellt; ein weiterer Grund, mehr Bewusstsein beim Kleiderkauf zu entwickeln.
Woran ist grüne Mode zu erkennen?
Von der Kleidung mit Ökosiegel versprechen sich viele rundum korrekte Kleidung - aus unbehandelten Rohstoffen, fairem Handel und umweltfreundlich produziert soll sie sein. Doch nicht jedes Siegel hält, was es verspricht. Greenpeace hat sie nach Glaubwürdigkeit, ihren Umwelt- und Sozialaspekten getestet.

GOTS (Global Organic Textile Standard): Momentan das anspruchvollste Label für den Massenmarkt mit ökologischen Kriterien entlang der gesamten textilen Kette. Hohe Glaubwürdigkeit. Berücksichtigt auch Sozialkriterien.
GOTS-Produkte gibt es bei Hess Natur, Rewe, Jako-o, DM-Drogeriemarkt, Aldi, Norma ein Kaftan-ähnliches Kleidungsstück zu sehen sein. Bisher sind aber nur wenige Firmen zertifiziert.
Öko-tex Standard 100: Weit verbreitetes Label mit geringen Anforderungen an fertige Produkte. Keinerlei Aussagekraft, was den Faseranbau und die Herstellungsbedingungen betrifft.
Öko-Tex 1000 und das 100plus: Ergänzend zum Öko-Tex 100 gibt es Öko-Tex 1000 und das 100plus Umweltlabel mit zumindest geringen Anforderungen entlang der gesamten textilen Kette. Allerdings gibt es nur wenige Hersteller, die den Standard erfüllen und das Siegel verwenden dürfen.

EU-Blume: Das EU-Eco-Label kennzeichnet Textilprodukte, für deren Herstellung insbesondere die Umweltaspekte Energieverbrauch, Wasser- und Luftverschmutzung sowie Abfallvermeidung berücksichtigt werden. Verbesserte Umweltstandards in der Produktion, aber GV-Baumwolle ist nicht verboten. Keine Prüfung vor Ort.
Weitere empfehlenswerte Siegel sind:
IVN Best des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft, der auch Mitarbeiter der GOTS ist. Das Siegel gibt es bei Naturtextilspezialisten wie hess natur oder maas natur und ist sehr glaubwürdig.
bioRe hat einen sehr hohen Standard für ausschließlich Bio-Baumwoll-Textilien und ist im Greenpeace-Shop, bei Mammut oder bei Elkline zu finden.
Organic Exchange 100, Fairtrade Certified Cotton, Cotton Made in Africa sind empfehlenswerte Siegel für Standards im Baumwollanbau.
Den kompletten Bericht von Greenpeace mit einer ausführlichen Besprechung der Siegel kannst du hier als pdf downloaden.
Im Übrigen gilt: Das wichtigste Kriterium für ökologische Kleidung ist Langlebigkeit. Wahrhaft ökologisch sind deshalb Lieblingsteile, die zeitlos, pflegeleicht und robust sind und nicht nach wenigen Monaten schon wieder ausgedient haben - und wenn doch dann gespendet, verschenkt oder verkauft werden. Garantiert frei von Schadstoffen ist auch Second-Hand-Kleidung durch das häufige Waschen.
Läden und Online-Shops

- Avocadostore ist ein Online-Shop aus Hamburg für nachhaltige Produkte von Kosmetik über Lebensmittel bis hin zu Klamotten. Klamottentechnisch eine riesen Auswahl mit wirklich schönen Teilen! Das Motto: Ein umweltfreundlich hergestelltes und faires T-Shirt alleine rettet zwar nicht die Welt, ist aber einfach die bessere Alternative!
- Zündstoff: Das Ladengeschäft in Freiburg und der Online-Store bieten eine breite Auswahl trendiger Labels, die sich veganer, nachhaltiger und fairer Produktion verschrieben haben.
- Green Cotton: Das dänische Label vertreibt im ersten Jahr in Deutschland eine eigene Damenkollektion aus ökologisch produzierter Baumwolle. Tolle Basics zum Kombinieren, aber auch einige trendige Teile. Ein Verzeichnis der Läden steht im Internet.
- Noir: Sehr hochwertiges dänisches Label, das Cotton Couture hochmodisch präsentiert. In Deutschland im Quartier 206 in Berlin.
- Edun: Gegründet von Ali Hewson und Bono versucht das Modelabel durch seine Handelsbeziehungen zu Afika positive Veränderungen zu bewirken indem es nachhaltige Unterstützung der Arbeiter, Infrastruktur und Gemeinden gewährleistet.
- Armed Angels: Im Online-Shop findet man neben den kultigen Stücken von Armed Angels auch weitere Streetwear Labels wie Nudie Jeans und Kuyichi, die alle auf zertifiziert faire Produktion und Biobaumwolle setzen.
- edelziege: Das junge Modelabel mit mongolischen Wurzeln steht für nachhaltiges Wirtschaften und wendet sich gegen Massenfertigung, Billiglohn und umweltbelastende Produktionsverfahren. Die Kollektionen werden ausschließlich aus 100% Cashmere-, Yak- und Kamelwolle gefertigt – alles nachwachsende Rohstoffe von frei lebenden und nicht in Massenhaltung gezüchteten Tieren in der Mongolei. Die edlen Stücke gibt es im eigenen Onlinestore und in ausgewählten Boutiquen zu kaufen (siehe Website).
- Eco Fashion Shop Wertvoll: In seinem Onlineshop und dem Laden in Berlin, bietet der Eco Fashion Shop Wertvoll nachhaltige Kleidung von einer bunt gemischten Auswahl an Marken an. Die Überprüfung der Lables hat der Laden sich selbst zur Aufgabe gemacht und vermittelt dem Kunden anhand fünf verschiedener Icons (fair gehandelt, ökologisch, handgemacht, recycelt, gespendet) nähere Informationen über die Nachhaltigkeit der jeweiligen Marken.
- Hess Natur: Das erst deutsches Mitglied der Fair Wear Foundation, steht für Kleidung, die sozial fair und ökologisch hergestellt wird. Der Online Shop bietet eine ganze Reihe an Herren-, Damen-, Kinder- und Babybekleidung aus hochwertigen Naturfasern.
- Bio Shirt Company: Die Produktion ist rundum Bio: von der Baumwolle zu Einfärbung, Druck und Verpackung. Auch auf faire Produktionsbedingungeng wird Wert gelegt. Neben Shirts für Frauen, Männer und Kids bietet das Label eine Sparte mit Yoga-Bekleidung.
- GOOD wear: Bio und faire Basic-Kleidung zu Studentenpreisen.
- Greeality: Gegründet, nach eigener Aussage, weil die Erfinder keine Lust mehr auf ausbeuterische Zustände in der Modeindustrie hatten und kein Öko-Label fanden, das ihrem eigenem Geschmack entspach. Verspricht neben fairer Produktion aus nachhaltigen Rohstoffen auch klimaneutralen Versand. Streetwear mit guter Auswahl an Baumwoll Basics in kräftigen Farben.
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Green-Shirts.com: Nicht nur auf vertrauenswürdige Zertifikate legt das 2011 vom erst 21 Jahre alten Niklas Astor gegründete Label Wert sondern auch auf ein zeitgemäßes und modernes Design, um Eco Fashion bei jungen Leuten populär zu machen. Schwerpunkt der Kollektion sind T-Shirts für Jungs und Mädels.
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Auch das Warenhaus des Greenpeace Magazins legt besonderen Wert auf die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in jeder Produktionsstufe. Zudem wird darauf geachtet, dass in den Textilfabriken auf den Einsatz giftiger Chemikalien verzichtet wird und faire Löhne, höhere Abnahmepreise und Bioprämien bessere Lebensbedingungen für die Arbeiter schaffen. Neben ihrem Magazin werden Kleidung, Geschenke und Print-Produkte angeboten.
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Besonders interessant für Großkunden (z.B. Musik-, Mode-, Sportindustrie, Universitäten und Vereine) dürfte die ContinentalClothingCompany sein. Das Unternehmen setzt sich für eine komplett kohlenstoffarme Bekleidungsindustrie ein, die auf den Fundamenten von nachhaltiger Produktion und sozialem Arbeitsethos in allen Bereichen basiert.
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Kolt: In ihren Atelier in Berlin Pankow oder im praktischen Online Shop kann man individuell bedruckte Shirts und Pullover bestellen. Gedruckt wird auf Ware der ContinentalClothingCompany.
Läden und Online-Shops für Kinder- und Babykleidung
Kindsstoff: Das Münchener Start-Up setzt auf hohe ökologische und soziale Standards sowie Produktion in Deutschland. Das Besondere: Babykleidung, die man bei dem Unternehmen gekauft hat, kann man wieder zurückgeben und bekommt dann einen Rabatt für den nächsten Einkauf. Da Kindsstoff einen Bogen um den herkömmlichen Handel, zahlt man nicht drauf für Händler, Ladenmiete etc.
667: Die Kinderbekleidung von 667 wird ausschließlich in Deutschland produziert und verwendet Bio-Baumwolle. Die Ware kann sowohl im Online-Shop, als auch in diversen Läden in ganz Europa erstanden werden (siehe Website) .
Jooloomooloo: Die Kinderkleidung soll beim Anziehen Spaß machen, aber auch ordentlich sitzen, zudem ökologisch gefertigt sein und erschwinglich. Auch erhältlich sind ökologisches Kinderspielzeug und ein Kinderbuch, dessen Papier von Elefanten gemacht wird. Online und in vielen Länden in Österreich erhältlich.
Menschenskind: Das kleine T-Shirtlabel bietet eine Auswahl an Oberteilen mit hübschen Zeichnungen und Sprüchen für die Kleinsten (bis 12 Monate). Auch diese sind auf Bio-Baumwolle gedruckt und in Deutschland produziert.
Du handelst selbst mit "grüner Mode" und suchst Lieferanten?
- Die Fair Agents sind Deine Ansprechpartner! Mail einfach an christine (at) fairagents.org
Weiterführende Links:
- Sehr empfehlenswerter Blog von Kirsten Brodde zu Grüner Mode
- Ökorausch - MESSE für Design mit Bewusstsein

